TDA + WPF Kontinentalgipfel: Brasilien

Mehr als 200 Turnierdirektoren, Organisatoren, Verbandsvertreter und Branchenexperten trafen sich am 1. Dezember 2025, direkt im Anschluss an die BSOP Millions, zum TDA + WPF Continental Summit: Brasilien. Die Veranstaltung zählte zu den wichtigsten Foren Lateinamerikas, die sich der Weiterentwicklung, Professionalisierung und langfristigen Struktur des poker-Turniers widmeten.

Institutionelle Zusammenarbeit im Vordergrund

Der Gipfel war eine gemeinsame Anstrengung von Weltpokerverband (WPF), Die Poker Tournament Directors Association (TDA), der Brasilianer Verband der Pokerturnierdirektoren (ADTP), und die Brasilianischer poker-Verband (CBTH), und stärkt so ein Kooperationsmodell, das die langfristige Struktur des Spiels festigt.

Ebenfalls vertreten war das WPF-Frauenkomitee, das sich weiterhin mit regionalen Führungskräften austauscht, um ein inklusiveres Umfeld zu fördern und Frauen im wettbewerbsintensiven poker-Bereich mehr Sichtbarkeit zu verschaffen.

Debatten, die den Tag prägten

Zwei Themen dominierten die Diskussionen während des gesamten Programms.
Das erste Thema betraf das Verhalten der Spieler am Tisch, ein Thema, das nach den jüngsten Kontroversen um Martin Kabrhel während der BSOP Millions erneut in den Fokus rückte. Die Turnierleitung untersuchte die Grenzen zwischen akzeptablem Verhalten am Tisch und Handlungen, die die Integrität des Wettbewerbs untergraben, und betonte klarere Standards sowie ein konsequenteres Eingreifen, wenn das Verhalten das Umfeld beeinträchtigt.

Das zweite Hauptthema war der Einsatz elektronischer Geräte, woraus sich Gespräche über Echtzeithilfe, Coaching-Tools und neue Technologien entwickelten. Es herrschte weitgehende Einigkeit darüber, dass sich die globalen Richtlinien kontinuierlich weiterentwickeln müssen, um Fairness zu gewährleisten und sicherzustellen, dass poker ein Spiel bleibt, das von Köpfchen, Geschick und strukturiertem Wettbewerb geprägt ist.

Weitere relevante Diskussionspunkte waren Shot Clocks, Regelungen für verspätete Anmeldungen, verbale Spielunterbrechungen und Praktiken, die sich direkt auf Tempo, Klarheit und das gesamte Spielerlebnis auswirken. Der Gipfel bot Fachleuten die Möglichkeit, diese Themen anhand realer Turnierszenarien aus verschiedenen Märkten eingehend zu analysieren.

Experten, die die Diskussion geprägt haben

Der Gipfel wurde von führenden Persönlichkeiten der brasilianischen und lateinamerikanischen Turnierszene geleitet. Darunter war Devanir “DC” Campos, Vorstandsmitglied der TDA, Gründer der BSOP, langjähriges Mitglied der ADTP und CEO von Stack Eventos. Seine Rolle bei der Strukturierung großer Turnierserien lieferte einen wichtigen Kontext für die Diskussionen.

Alberoni “Bill” Castro, Präsident des brasilianischen poker-Verbandes (CBTH) und Sportdirektor der World Poker Federation (WPF), schloss sich ihm an. Bill bot eine Perspektive auf Verbandsebene zur institutionellen Zusammenarbeit, zur Entwicklung von Regulierungsrichtlinien und zur Bedeutung einheitlicher Standards auf dem gesamten Kontinent.

Die Expertengruppe wurde komplettiert durch Roberto Soares “Bob”, Head Tournament Director der BSOP und Direktor der LAPT und CCTH, sowie Marcus Júnior, Tournament Director bei der BSOP. Beide trugen wertvolle operative Einblicke aus der Organisation einiger der größten und komplexesten poker-Festivals der westlichen Hemisphäre bei.

Ein herausragender Moment: der Branchenausblick

Eine der am meisten erwarteten Programmpunkte der Veranstaltung war die Präsentation von Gabriel Castro von PokerWeb. Seine Analyse der lateinamerikanischen und globalen poker-Märkte bot den Teilnehmern einen strategischen Überblick über Trends, Wachstumsindikatoren, Spielerverhalten, technologische Einflüsse und die sich wandelnde Landschaft des Live- und Online-Wettbewerbs.

Die Präsentation half dabei, den Kontext zu verdeutlichen, warum die Region zu einem der stärksten und dynamischsten poker-Umfelder der Welt geworden ist.

Ein Schritt nach vorn für das Verständnis und die Steuerung von poker

Roberto Lifschitz, Marketingdirektor der World Poker Federation, fasste die übergeordnete Bedeutung des Tages zusammen. “Dieser Gipfel unterstreicht die Stärke einer Gemeinschaft, die sich der Entwicklung von poker verschrieben hat. Er stärkt den Turnierbetrieb und bekräftigt poker als Denksportart, die auf Technik, Struktur und Professionalität basiert.“

Die Organisationen hinter dem Gipfeltreffen verfolgen eine gemeinsame Vision. Nach dem Erfolg der Ausgaben in Asien und Lateinamerika soll dieses Modell auf weitere Regionen ausgeweitet werden, um professionelle Standards zu stärken und einen globalen Kooperationszyklus für alle zu schaffen, die das Spiel gestalten und leiten. Zukünftige Ausgaben zielen darauf ab, weitere Kontinente zu erreichen und noch mehr Direktoren, Organisatoren und Institutionen in ein gemeinsames Projekt einzubinden, um die langfristige Entwicklung von poker weltweit zu fördern.

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