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Ein-/ausblendenSeven Card Stud ist eine klassische Pokervariante, die schon lange vor dem Siegeszug von Texas Hold’em populär war und Spieler bis heute mit ihrem besonderen Spielablauf und ihrer strategischen Tiefe begeistert.
Seven Card Stud Hi-Lo, auch Seven Card Stud 8 or Better oder einfach Stud Hi-Lo genannt, ist eine Variante, die das klassische Seven Card Stud um einen Split-Pot erweitert. Klicke hier für unsere Anleitung, wie man Seven Card Stud spielt.
Bei dieser Variante spielen alle sowohl um die High- als auch um die Low-Hälfte des Pots. Eine Hälfte geht an die stärkste High-Hand, die andere an die beste Low-Hand.
Ursprung und Geschichte von Seven Card Stud
Seven Card Stud reicht bis ins frühe 19. Jahrhundert zurück und war die beliebteste Pokervariante, bis Texas Hold’em ihm den Rang ablief. In den USA wurde das Spiel zur Zeit des Goldrauschs populär und blieb jahrzehntelang ein fester Bestandteil der Pokerszene. Auch wenn seine Popularität nachgelassen hat, hat Seven Card Stud bei vielen Pokerfans nach wie vor einen besonderen Stellenwert.
Die Grundlagen
Stud Hi-Lo wird mit zwei bis acht Spielern gespielt. Der wichtigste Unterschied zwischen Seven Card Stud und Texas Hold’em: Beim Seven Card Stud gibt es keine Gemeinschaftskarten.
Jeder Spieler erhält im Laufe der Hand sieben eigene Karten, drei davon verdeckt und vier offen. Ziel ist es, aus einer beliebigen Kombination deiner sieben Karten sowohl deine beste High-Hand als auch deine beste Low-Hand aus jeweils fünf Karten zu bilden.
Der Spieler mit der besten High-Hand gewinnt die Hälfte des Pots, der Spieler mit der besten Low-Hand die andere Hälfte. Gibt es keine qualifizierende Low-Hand, gewinnt die beste High-Hand den gesamten Pot.
Stud Hi-Lo verwendet für die Low-Hände das System „Ace to Five“ (auch „California“ genannt). Straßen und Flushes zählen nicht gegen eine Hand, und Asse sind immer niedrig. Die bestmögliche Hand ist daher das „Wheel“: A, 2, 3, 4, 5. Eine qualifizierende Low-Hand darf keine Paare und keine Karten über acht enthalten. Mehr zur Low-Hand erfährst du weiter unten in dieser Anleitung.
Stud Hi-Lo wird meist mit einer Limit-Wettstruktur, bei der die Einsätze in festen Schritten erfolgen. Bei einem $10/$20-Limit-Spiel zum Beispiel wird in den ersten beiden Setzrunden in Schritten von $10 gesetzt und in den letzten drei Setzrunden in Schritten von $20.
Regeln und Spielablauf
Ante
Bevor eine Hand Stud Hi-Lo beginnt, setzen alle Spieler ihr Ante. Während beim Texas Hold’em die Blinds die Pflichteinsätze sind, zahlt beim Seven Card Stud jeder Spieler ein Ante als Pflichteinsatz. Du kannst dir das Ante als Preis dafür vorstellen, dass du Karten bekommst.
>> Klicke hier, um mehr über Blinds und Antes zu erfahren.
Die Höhe des Antes hängt vom Spiel ab. In dieser Anleitung verwenden wir als Beispiel ein $10/$20 Stud Hi-Lo mit einem Ante von $1 und einem Bring-in von $5.
Third Street
Jeder Spieler erhält zunächst drei Karten: zwei verdeckte Hole Cards und eine offene Karte (Door Card). Der Spieler mit der niedrigsten Door Card muss das Bring-in von $5 setzen, kann den Einsatz aber auch auf $10 (das kleine Limit des Spiels) „completen“.
Hinweis: Zeigen zwei oder mehr Spieler die gleiche Karte, entscheidet die Farbe. Die Farben haben eine feste Rangfolge, alphabetisch nach ihren englischen Namen: Kreuz (die niedrigste), dann Karo, Herz und Pik (die höchste). Die niedrigere Farbe gibt den Ausschlag. Liegen zu Beginn der Hand zum Beispiel sowohl die Herz-Vier als auch die Kreuz-Vier offen, muss der Spieler mit der Kreuz-Vier das Bring-in bringen.
Die Action geht im Uhrzeigersinn um den Tisch weiter, und jeder Spieler kann callen, raisen oder folden. Setzt der erste Spieler nur das Bring-in, können andere Spieler den Einsatz als ersten Raise auf $10 completen.
Sobald die Setzrunde abgeschlossen ist, erhält jeder Spieler, der noch in der Hand ist, eine vierte Karte, die sogenannte Fourth Street.
Fourth Street
Jeder Spieler erhält eine weitere offene Karte. Als Erster handelt der Spieler mit der höchsten offenen Hand. Ein Spieler mit einem offenen Buben-Paar ist zum Beispiel zuerst an der Reihe, wenn kein anderer Spieler ein höheres Paar zeigt. Dieser Spieler kann checken oder den kleinen Einsatz setzen, in unserem Beispiel $10.
Hinweis: Zeigt ein Spieler ein offenes Paar, darf die Setzrunde auch mit dem großen Einsatz ($20 in unserem Beispiel) eröffnet werden. Hat in dieser Situation jemand den großen Einsatz gesetzt, gilt der höhere Betrag für den Rest der Fourth Street.
Fifth Street
Die Spieler erhalten nun eine weitere offene Karte, die „Fifth Street“. Auch hier handelt der Spieler zuerst, dessen offene Karten den höchsten Pokerwert haben. Es folgt eine weitere Setzrunde.
Ab Fifth Street wird in Schritten des großen Einsatzes gesetzt (in unserem Beispiel $20).
Sixth Street
Die Spieler erhalten nun eine weitere offene Karte, die „Sixth Street“. Auch hier handelt der Spieler zuerst, dessen offene Karten den höchsten Pokerwert haben. Es folgt eine weitere Setzrunde.
Seventh Street (River)
Jeder Spieler erhält nun die letzte Karte. Sie wird verdeckt ausgeteilt und ist nur dem jeweiligen Spieler bekannt. Auch hier handelt wieder der Spieler zuerst, dessen offene Karten den höchsten Pokerwert haben. Es folgt eine weitere Setzrunde, und sind danach noch zwei oder mehr Spieler übrig, kommt es zum Showdown.
Showdown
Sind nach Seventh Street noch mehrere Spieler übrig, deckt der Spieler, der zuletzt gesetzt oder erhöht hat, seine Karten zuerst auf. Gab es auf Seventh Street keinen Einsatz, zeigt der Spieler auf dem frühesten Platz seine Karten zuerst. Die Hände der übrigen Spieler werden im Uhrzeigersinn aufgedeckt.
Der Spieler mit der besten Fünf-Karten-Hand gewinnt die Hälfte des Pots, der Spieler mit der besten Low-Hand die andere Hälfte. Bei identischen Händen (Gleichstand) wird der Pot gleichmäßig unter den betreffenden Spielern aufgeteilt.
Sobald der Pot vergeben ist, beginnt die nächste Hand.
Zur Veranschaulichung siehst du im Bild unten ein Beispiel für die sieben Karten, die beim Seven Card Stud ausgeteilt werden, und auf welcher Street sie jeweils kommen.

Die Low-Hand erklärt
Zunächst einmal darfst du dieselben Karten für deine Low- und deine High-Hand verwenden. Stud Hi-Lo hat eine „8 or Better“-Qualifikation: Eine qualifizierende Low-Hand muss aus fünf verschiedenen Karten bestehen, die alle acht oder niedriger sind. Nur wenn diese Bedingung erfüllt ist, kann ein Spieler die Low-Hälfte des Pots gewinnen.
Stud Hi-Lo verwendet für die Low-Hände das System „Ace to Five“. Was bedeutet das?
Bei der Low-Hand gilt das Ass als niedrige Karte (die niedrigste), und Straßen und Flushes zählen nicht gegen eine Hand. Die bestmögliche Hand ist daher das „Wheel“: 5, 4, 3, 2, A. Die nächstbeste Low-Hand ist 6-4-3-2-A. Die schlechteste Hand, die sich in Stud Hi-Lo noch als Low qualifiziert, ist 8-7-6-5-4.
Sehr wichtig: Eine Low-Hand wird immer von ihrer höchsten Karte abwärts bewertet. Ein paar Beispiele machen es leichter verständlich:
Hand A: 7, 6, 5, 4, 3
Hand B: 8, 7, 3, 2, A
In diesem Fall ist Hand A die bessere Low-Hand, weil ihre höchste Karte eine Sieben ist. Hand A ist ein „Seven-Low“, Hand B dagegen ein „Eight-Low“.
Hand A: 6, 5, 4, 3, A
Hand B: 6, 4, 3, 2, A
In diesem Fall ist die höchste Karte in beiden Händen eine Sechs, aber die zweithöchste Karte in Hand B ist eine Vier, die niedriger ist als die Fünf in Hand A. Damit ist Hand B die bessere Low-Hand. Hand B ist ein „Six-Four Low“, Hand A dagegen ein „Six-Five Low“.
Bei Gleichstand zwischen den Low-Hands wird die entsprechende Hälfte des Pots unter den Spielern mit der besten Low-Hand aufgeteilt. Dasselbe kann bei der High-Hand passieren.
Du kannst auch beide Hälften des Pots gewinnen, und genau das solltest du beim Stud Hi-Lo und in jedem anderen Split-Pot-Spiel immer anstreben. Das nennt man „Scoop“ oder „Scooping“.
Wichtig ist auch, dass es manchmal keine qualifizierende Low-Hand gibt. In diesem Fall gewinnt die beste High-Hand den gesamten Pot.
Strategien und Tipps
- Auswahl der Starthände: Konzentriere dich auf Hände, die sowohl eine starke High-Hand als auch eine qualifizierende Low-Hand ergeben können.
- Gegner lesen: Achte auf die offenen Karten deiner Gegner, um ihre möglichen Hände einzuschätzen und zu erkennen, ob sie eher auf High oder auf Low spielen.
- Split-Pot-Überlegungen: Bewerte die Stärke deiner Hand sowohl für High als auch für Low und passe deine Strategie entsprechend an.
- Scoop-Chancen: Versuche, den ganzen Pot zu „scoopen“, also beide Hälften zu gewinnen, aber denk daran, dass deine Hand durch ein Counterfeit entwertet werden kann.
- Pot Odds: Berechne die Pot Odds und schätze ab, wie viel es wert ist, um High und Low gleichzeitig zu spielen, bevor du Entscheidungen triffst.
Seven-Card Stud Hi-Lo verleiht dem klassischen Seven-Card Stud eine spannende Note und fordert dich heraus, Strategien für High- und Low-Hände zugleich zu entwickeln. Wenn du die Regeln verstehst und wirksame Strategien anwendest, kannst du ein starker Seven-Card-Stud-Hi-Lo-Spieler werden und von geteilten Pots und dem Spiel um High und Low profitieren. Übe regelmäßig, analysiere dein Spiel und arbeite ständig an deinen Fähigkeiten, um in dieser faszinierenden und lohnenden Pokervariante erfolgreich zu sein.



